Einheit 2: Informelle Langzeitpflege

Während informelle Pflegekräfte am häufigsten Töchter, Söhne oder Ehepartner sind, kann es sich auch um Geschwister, Nichten, Neffen, Cousins, Enkel oder Freunde und Nachbarn handeln. In einigen Fällen kümmern sich ältere Menschen selbst um die Pflege ihrer Eltern. Tatsächlich führen informelle Pflegekräfte den Großteil der Pflege für ältere Menschen, die Betreuung und Unterstützung benötigen, durch(je nach Land werden zwischen 70 und 90% der Pflegebedürftigen von Angehörigen gepflegt). Informelle PflegerInnen, die meisten von ihnen sind Familienangehörige des Patienten und die allermeisten sind Frauen im Alter von 55 Jahren und älter, stemmen die größte Menge der Pflegearbeit.

  Einführung

 

Während informelle Pflegekräfte am häufigsten Töchter, Söhne oder Ehepartner sind, kann es sich auch um Geschwister, Nichten, Neffen, Cousins, Enkel oder Freunde und Nachbarn handeln. In einigen Fällen kümmern sich ältere Menschen selbst um die Pflege ihrer Eltern. Tatsächlich führen informelle Pflegekräfte den Großteil der Pflege für ältere Menschen, die Betreuung und Unterstützung benötigen, durch(je nach Land werden zwischen 70 und 90% der Pflegebedürftigen von Angehörigen gepflegt). Informelle PflegerInnen, die meisten von ihnen sind Familienangehörige des Patienten und die allermeisten sind Frauen im Alter von 55 Jahren und älter, stemmen die größte Menge der Pflegearbeit.

Informelle Betreuer sind eine besonders gefährdete Gruppe und einem hohen Risiko von Burnout, Missbrauch und/oder sozialer Ausgrenzung ausgesetzt. Die Lebensqualität der Pflegeperson ist eng mit der Lebensqualität der pflegebedürftigen Person verbunden. Dienstleister müssen daher Unterstützung für informelle Pflegekräfte als integralen Bestandteil des Qualitätsverbesserungsprozesses betrachten, sowie die Notwendigkeit besteht, die Zusammenarbeit zwischen formeller und informeller Pflege zu verbessern. Ebenso sollten Familienmitglieder das Recht haben, die Pflege zu verweigern. Auch ältere Menschen, die Pflege benötigen, sollten es verweigern können, von ihren Angehörigen gepflegt zu werden (WeDo Projekt 2014). Während informelle Pflegekräfte eine gefährdete Gruppe sind, können sie auch die Täter des Missbrauchs sein und es ist daher wichtig, dass Gesundheits- und Sozialpflegekräfte sich dessen bewusst sind und kritische Situationen erkennen können.

  Kerninformationen

  • Informelle Betreuer bieten eine erhebliche Menge an Pflege für ältere Menschen, die langfristige Pflege benötigen.
  • Informelle PflegerInnen sind keine homogene Gruppe und besonders in Gefahr, Burnout, Isolation oder ähnliches zu erleiden.
  • Aufgrund des hohen Risikos sowohl für pflegebedürftige Personen als auch für die Angehörigen, die die Pflege übernehmen, kann es in solchen Beziehungen leicht zu Missbrauch kommen.

 

  Lernziele

Am Ende dieser Unit wird folgendes von Ihnen erwartet:

  1. Sie sind sich des großen Beitrags bewusst, den informelle PflegerInnen in der Langzeitpflege leisten.
  2. Sie verstehen, dass sowohl Pflegebedürftige als auch pflegende Angehörige gefährdete Gruppen sind, die Information, Unterstützung und Hilfe benötigen
  3. Sie wissen weiters, dass die Beziehung zwischen älteren Menschen, die Langzeitpflege benötigen und den Angehörigen, die sie pflegen, zusammenbrechen und manchmal auch zu Missbrauch führen kann.

  Inhalt

 
Fallstudie

"Mary" ist eine Witwe. Sie hat beide Beine verloren und ist an den Rollstuhl gebunden. Mary erhält eine monatliche Rente, die gerade ausreicht, um die wichtigsten Kosten zu decken. Ihr Sohn, "Bob", ist ihr hauptsächlicher Pfleger, der auch mit ihr zusammen lebt. Bob ist ein Alkoholiker. Er gibt die Rente seiner Mutter regelmäßig für Alkohol aus. Während einer Kontrolluntersuchung entdecken die Ärzte, dass Mary schwer misshandelt und sogar sexuell missbraucht wurde.

Reflexion
  1. Wie können Betreuer erkennen, dass eine Person in der Langzeitpflege missbraucht wird?
  2. Auf welche Art und Weise tauschen sich BetreuerInnen über die Bedürfnisse der älteren Person aus?
  3. Durch welche spezifischen Aktivitäten können die Betreuer für das Wohlbefinden der älteren Person sorgen?
  4. Welche Erfahrungen sollten die Betreuer älteren Menschen zur Verfügung stellen?

 

 

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Text für Einheit 2

Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.