Modul 4 - Berufspraxis und Ethik

Martin Power, Elena Vaughan

Description

Ein erfüllendes und genussvolles Sexualleben kann eine wichtige Rolle für die Beibehaltung von Gesundheit und Wohlbefinden für ältere Menschen spielen. Gute sexuelle Gesundheit trägt zum physischen, mentalen und emotionalen Wohlbefinden von Erwachsenen bei und der Ausdruck von Sexualität, der eine Kernkomponente der menschlichen Interaktion ist, verschwindet nicht mit dem Alter. Während sich die Art, wie Sexualität ausgedrückt wird, vielleicht mit der Zeit aufgrund sozialer und physischen Veränderungen, die im Alter auftreten, ändert, bleiben die Bedürfnisse für emotionale und körperliche Intimität und sexuelle Befriedigung ein wichtiger Aspekt der menschlichen Existenz. 

Während vaginaler oder analer Geschlechtsverkehr, Oralsex und Masturbation oft wichtige Formen von sexuellem Ausdruck bleiben, wenn eine Person altert, definieren viele ältere Menschen Sexualität neu, um weitere Ausdrücke der Intimität, wie Berührung, Streicheln und Händchen halten, einzubeziehen (Gott & Hinchliff 200

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Kursnummer: DE102
Kategorie: Module in Deutsch
CC - Attribution-NonCommercial-NoDerivatives
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Kurseinheiten

Eine der größten Barrieren beim Erreichen einer guten sexuellen Gesundheit im fortgeschrittenen Alter ist fehlende Kommunikation zwischen den Gesundheits- und Sozialarbeitern und deren älteren Klienten aufgrund eines oder mehreren der oben aufgelisteten Faktoren. Trotz dem Wissen vieler Gesundheits- und Sozialarbeiter über die weitergehende Bedeutung von Sexualität für ältere Klienten/Patienten, wird dieses Feld der Gesundheitsvorsorge oft routinemäßig übersehen. (Gott et al. 2004). Tatsächlich wurde in der Globalen Studie über sexuelle Anschauungen und Verhaltensweisen festgestellt, dass in den letzten 3 Jahren nur 9% der Männer und Frauen bei einem Routinebesuch bei ihrem Gesundheits- und Sozialpfleger nach ihrer sexuellen Gesundheit gefragt wurden.(Moreira et al. 2005).

Die Freizügigkeit der Menschen in Europa ist ein zentraler Part der Politik der Europäischen Union seit ihrer Gründung und nachdem 1985 das Schengen-Abkommen unterzeichnet worden ist, können EuropäerInnen innerhalb der EU unbeschränkt reisen und arbeiten. Gemeinsam mit dem Auswirkungen der Globalisierung und des Postkolonialismus bedeutet dies, dass die europäischen Gesellschaften kulturell vielfältiger geworden sind.

Das Bedürfnis und der Wunsch, sich sexuell ausleben zu können, enden nicht mit einem bestimmten Alter. Ebenso wenig enden sie, wenn eine Person einen Punkt in ihrem Leben erreicht hat, an dem sie in eine Pflegeeinrichtung ziehen muss, weil sie eventuell an einer altersbedingten kognitiven Beeinträchtigung wie z.B. Demenz oder Alzheimer leidet (Bach et al 2013;. Gott & Hinchliff 2003; Kontula & Haavio-Mannila 2009; Laumann et al 2004;. Lindau et al 2007;.. Moreira et al 2005 ). Obwohl die Forschung in diesem Bereich noch am Anfang steht, findet man in der vorhandenen Literatur, dass  es positive Auswirkungen sowohl auf die psychische, als auch auf die physische Gesundheit hat und viel zum allgemeinen Wohlbefinden der Betroffenen beiträgt, wenn die Patienten in Pflegeeinrichtungen ihre Sexualität leben können. Eine Studie, die unter den Patienten von Pflegeheimen in den USA durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass sexuell aktive Patienten, weniger Medikamente nehmen mussten, ein aktivere Sozialleben hatten, sich mehr sportlich betätigten und generell eine höhere Lebensqualität und Lebenszufriedenheit hatten. Sexuell inaktive Patienten wiederum hatten ein höheres Risiko für Probleme mit der Blase und dem Darm, Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz und des weiteren für psychische Erkrankungen (Bach et al. 2013).

Ältere Menschen, insbesondere solche mit Demenz oder solche die in Pflegeeinrichtungen leben, sind besonders anfällig für sexuelle Gewalt. Probleme mit der Erfassung von sexueller Gewalt gegen ältere Menschen und das Problem des zu späten Erkennens sexueller Gewalt generell, bedeuten intensiven Forschungsbedarf. Die Weltgesundheitsorganisation definiert sexuelle Gewalt als "jede Handlung und jeden Versuch, einen sexuellen Akt ... gegen die Sexualität einer Person, mit Zwang von jeglicher Person ... in in jeglichem Setting zu erzwingen" (WHO, 2015 S. 35).

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Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.